Definitionen

Die Begriffe Personalschlüssel und Fachkraft-Kind-Relation werden häufig missverständlich benutzt
und tragen zur Verwirrung bei. Hier einige Infos dazu:

PERSONALSCHLÜSSEL:

„Der Personalschlüssel beschreibt einen Anstellungsschlüssel; er bezeichnet die bezahlte Arbeitszeit der pädagogischen Fachkräfte im Verhältnis zu den gebuchten Betreuungszeiten der Kinder bezogen auf den Zeitraum eines Jahres und unter Annahme einer Vollzeitbeschäftigung“ (Viernickel 2010: 7). Man kann es sich auch so merken: Der Personalschlüssel gibt an, wie viele Fachkräfte wie viele Kinder betreuen – AUF DEM PAPIER, d.h. Ausfallzeiten (Urlaub, Fortbildung, Krankheit) und Zeiten für die mittelbare Pädagogik (Vor- und Nachbereitung, Dokumentation, Beobachtung, …) werden nicht berücksichtigt. So entspricht der Personalschlüssel nicht der tatsächlichen Betreuungsrelation in der Praxis. Berücksichtig man die durchschnittlichen Ausfallzeiten von 17,55% und die Zeiten für die mittelbare Pädagogik mit durchschnittlich 7,45% ergibt sich die tatsächliche Betreuungsrelation, die sogenannte Fachkraft-Kind-Relation.

Die Bertelsmann Stiftung gibt insgesamt 25% für die mittelbare Pädagogik zusammen mit den Abzügen für Ausfallzeiten an, verbunden mit dem Hinweis, dass ein Gesamtanteil von 25% als absolutes Minimum betrachtet werden muss (vgl. Bock-Famulla, 2008).

FACHKRAFT-KIND-RELATION:

„Die Fachkraft-Kind-Relation beschreibt die Betreuungsrelation aus der Perspektive der Kinder: Sie gibt an, für wie viele Kinder jeweils eine pädagogische Fachkraft zur Verfügung steht“ (Viernickel 2010: 8). Die Fachkraft-Kind-Relation beschreibt also die tatsächliche Betreuungsrelation und gibt demzufolge immer ein ungünstigeres Verhältnis an, da sie die Ausfallzeiten (Urlaub, Krankheit, Fortbildung,...) und die Zeiten für die mittelbare Pädagogik berücksichtigt.